Cortes Apertas Orune 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

Am Samstag, 12., und Sonntag, 13. Dezember 2026 ist Orune, ein Bergdorf rund 25 km von Nuoro entfernt, eine der letzten Stationen von Autunno in Barbagia – Cortes Apertas. Auf fast 800 m zwischen drei Gipfeln gelegen, mit Blick über das Cedrino-Tal, öffnet Orune seine Höfe mit Hirtenspezialitäten, Webkunst und mehrstimmigem Gesang – nur wenige Kilometer von einem der schönsten bronzezeitlichen Monumente Sardiniens entfernt: dem Quellheiligtum Su Tempiesu.
Cortes Apertas in Orune: Geschichte und Bedeutung
Cortes apertas heißt auf Sardisch „offene Höfe“. Mit der Reihe Autunno in Barbagia, gefördert von der Handelskammer Nuoro, öffnet von September bis Dezember jedes Wochenende ein anderes Dorf im gebirgigen Inselinneren Häuser und Höfe und zeigt Küche, Handwerk und Bräuche.
Orune mit gut 2.000 Einwohnern ist ein Dorf mit starkem Charakter und sehr alten Wurzeln: Besiedelt ist die Gegend seit der Jungsteinzeit, wie der Dolmen von Istithi und die Menhire von sas Predas Ittas zeigen. Dazu kommen rund zehn Nuraghen – bronzezeitliche Steintürme, die es nur auf Sardinien gibt – und mehrere Kultstätten des Wassers. Der Name wird oft mit dem griechischen oros, „Berg“, in Verbindung gebracht. Der Schriftsteller Carlo Levi beschrieb Orune in Tutto il miele è finito (1964) als altes, verschlossenes Dorf. Heute pflegt Orune stolz seine Traditionen: den Canto a tenore, UNESCO-Kulturerbe, die Feuer für Sant’Antonio und Santu Biasu zu Jahresbeginn, Sas Animas Ende Oktober und die Feste im August.
Was Sie bei Cortes Apertas in Orune erleben
Der Ortskern wird zum Rundgang durch offene Höfe und Häuser – mit Verkostungen von Familien und Vereinen, Musik, Canto a tenore und dem Handwerk, für das das Dorf bekannt ist:
- handgewebte Teppiche und Stoffe;
- Kleidung aus Samt, typisch für die örtliche Tracht;
- handgenähte Schuhe;
- Gegenstände aus Kork.
Das genaue Programm 2026 – offene Höfe, Führungen, Aufführungen – veröffentlichen Gemeinde und Veranstalter in den Tagen davor.
Im Dorf lohnen die Pfarrkirche Santa Maria della Neve, bekannt für ihre Wandmalereien, die Kirche Santa Caterina und die Casa Murgia, ein elegantes Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert. Von den Aussichtspunkten reicht der Blick bis in die Baronia, das Logudoro und die Gallura.

Was man in Orune isst und mitnimmt
Hier kocht man deftige Hirtenküche, ideal für die Dezemberkälte:
- hausgemachte Pasta;
- Pane carasau, das knusprige, hauchdünne sardische Fladenbrot;
- Lamm und Porceddu (Spanferkel) vom Spieß;
- gekochtes Schaf, ein Winterklassiker der Barbagia;
- Pecorino, Ricotta und traditionelles Gebäck.
Als Mitbringsel: ein gereifter Pecorino, Carasau, ein kleiner Teppich oder ein handgewebtes Textil. Bargeld mitnehmen, viele Stände gehören kleinen Erzeugern.
Sehenswertes um Orune: Su Tempiesu und mehr
Das Quellheiligtum Su Tempiesu
Etwa 6 km vom Dorf entfernt liegt Su Tempiesu, ein Brunnenheiligtum für den Wasserkult, entdeckt 1953. Es wurde in der späten Bronzezeit aus präzise behauenen Trachyt- und Basaltblöcken errichtet, angelehnt an eine Felswand, aus der die Quelle tritt. Das rund 7 m hohe Bauwerk hat einen Vorraum mit Steinbänken, Stufen hinab zu einer kleinen Kammer mit Tholos (Kraggewölbe) und ein Satteldach mit dreieckigem Giebel – es gilt als einziges Quellheiligtum, dessen ursprünglicher Aufbau samt Dach erhalten ist. Gefunden wurden Votivbronzen von Opfernden und Kriegern, Waffen und Schmuck. Man fährt der Beschilderung nach und geht dann einige hundert Meter bergab zu Fuß.
Weitere Entdeckungen
- das Quellheiligtum Lorana und der Brunnentempel su Lidone;
- die antike Siedlung Sant’Efis, wo Münzen, Werkzeuge und ein feiner Glaskelch gefunden wurden;
- eine Landschaft aus Granit, tiefen Tälern, Stein- und Korkeichen.
In der Nähe liegen Bitti mit dem nuraghischen Heiligtum Romanzesu und Nuoro mit seinen Museen und dem Geburtshaus von Grazia Deledda.
Anreise nach Orune und praktische Tipps
- Ab Nuoro: etwa 30 Minuten mit dem Auto.
- Ab Olbia (Flughafen und Fährhafen): etwa 1 Stunde 15 Minuten über die SS131 DCN.
- Ab Flughafen Alghero: etwa 1 Stunde 45 Minuten.
- Ab Cagliari (Flughafen und Hafen): etwa 2,5 Stunden.
Die Zufahrten sind kurvige Bergstraßen – kommen Sie möglichst bei Tageslicht. Mitte Dezember ist es auf fast 800 m kalt und oft windig: warme Jacke, Mütze und Schuhe mit gutem Profil einpacken. Wer Su Tempiesu sehen möchte, fährt am besten vormittags hin und prüft vorher die Öffnungszeiten. Nehmen Sie Bargeld mit und buchen Sie früh, in Orune, Nuoro oder den Nachbarorten. Ortueri feiert am selben Wochenende, liegt aber weit entfernt: Planen Sie für jedes Dorf einen eigenen Tag.
Häufige Fragen zu Cortes Apertas in Orune
Wann findet Autunno in Barbagia in Orune 2026 statt?
Am Samstag, 12., und Sonntag, 13. Dezember 2026 – als eine der letzten Stationen der Saison.
Wie weit ist Su Tempiesu von Orune entfernt?
Etwa 6 km. Man fährt bis zum Eingang des Ausgrabungsgeländes und geht dann einige hundert Meter bergab.
Was ist der Canto a tenore?
Ein mehrstimmiger Gesang für vier Männerstimmen – bassu, contra, boghe und mesu boghe – typisch für Zentralsardinien und von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. In Orune ist er lebendige Tradition.
Was isst man in Orune?
Hirtengerichte: hausgemachte Pasta, Pane carasau, Lamm und Spanferkel, gekochtes Schaf, Käse und traditionelles Gebäck.
Quelle: www.portalesardegna.com



