Ocraxus in Laconi 2026: Handwerk und Tradition im Sarcidano

Am Samstag, 21., und Sonntag, 22. November 2026, reist Laconi im Hügelland des Sarcidano in Zentralsardinien mit Ocraxus zurück in die Vergangenheit. Zwei Tage lang wird die Altstadt zu einem Rundgang durch Viertel, alte Häuser und historische Villen, die ihre Türen öffnen – mit traditionellem Handwerk und der Küche von früher.
Ocraxus: Geschichte und Bedeutung
Der Name sagt schon alles. Im Dialekt von Laconi sind Ocraxus die Treffpunkte des Dorfes: Ecken, Kreuzungen und kleine Plätze, an denen man stehen bleibt, plaudert, lacht und Neuigkeiten austauscht. „Is ocraxus bedeuten Begegnung“, sagen die Veranstalter. Das Fest möchte genau diese Stimmung wiederaufleben lassen – aus der Zeit, als sich das Dorfleben auf der Straße und in den Innenhöfen abspielte.
Ocraxus wurde vor rund zehn Jahren von einem örtlichen Kulturverein ins Leben gerufen und ist zu einer der beliebtesten Herbstveranstaltungen in Zentralsardinien geworden. Die Idee ist einfach und wirkungsvoll: historische Häuser öffnen, Handwerker, Musiker, Folkloregruppen und Heimatforscher zusammenbringen und den Besuchern die Geschichte Laconis erzählen. Eine lange Geschichte – von prähistorischen Menhiren über die Markgrafen Aymerich bis zum heiligen Ignatius von Laconi, dem beliebtesten Heiligen Sardiniens.
Was Sie bei Ocraxus erwartet
Das Programm wechselt jedes Jahr und wird von den Veranstaltern veröffentlicht. In den letzten Ausgaben gab es:
- geöffnete alte Wohnhäuser und historische Villen mit Handwerksausstellungen;
- Vorführungen traditioneller Handwerke, auch mittelalterlicher;
- Ausstellungen zu Kunst, Ortsgeschichte und Natur sowie Vorträge über die Vergangenheit des Dorfes;
- einen Umzug von Folkloregruppen in Tracht und eine mittelalterliche Inszenierung mit historischem Festzug;
- Musik auf Plätzen, in Häusern und Höfen: polyphone Chöre, Canto a tenore (der von der UNESCO anerkannte vierstimmige Männergesang Sardiniens) und traditionelle Instrumente;
- Verkostungen regionaler Produkte und Essensstände;
- Besuche in den Museen und an den Wahrzeichen des Ortes.
Der Reiz von Ocraxus: Es gibt keine zentrale Bühne. Man schlendert, betritt Innenhöfe, bleibt bei einem Chor oder einem Handwerker stehen. Planen Sie den ganzen Tag ein.

Was man isst und mit nach Hause nimmt
In den Höfen und an den Essensständen gibt es traditionelle Gerichte des Sarcidano: Brot aus dem Holzofen, Käse von Schaf und Ziege, hausgemachte Wurstwaren, Suppen und Schmorgerichte. Für Süßes suchen Sie Gebäck mit Mandeln und Honig sowie Pani ‘e saba, ein süßes Brot mit Sapa (eingekochtem Traubenmost), das zu den Winterfesten des Dorfes gehört.
Zum Mitnehmen: Honig, Käse, Gebäck und örtliches Handwerk – Textilien, Holz, Schmiedeeisen –, das man bei Ocraxus direkt bei den Herstellern kaufen kann.
Sehenswertes in Laconi
Laconi ist ein Dorf mit rund zweitausend Einwohnern, grün und wasserreich, und trägt die Bandiera Arancione (Orange Flagge), das Qualitätssiegel des Touring Club Italiano für kleine Orte im Landesinneren. Ein Besuch lohnt sich auch außerhalb der Festtage:
- der Parco Aymerich, ein großer historischer Park mit uralten Bäumen, Bächen, kleinen Wasserfällen und den Ruinen der Burg Aymerich – im Herbstlaub besonders schön;
- das Museum der Menhirstatuen mit Steinen, die Bewohner des Sarcidano zwischen später Jungsteinzeit und Kupferzeit mit stilisierten Menschenfiguren behauen haben – eine in Sardinien einzigartige Sammlung;
- das Geburtshaus des heiligen Ignatius von Laconi (1701–1781), eines 1951 heiliggesprochenen Kapuzinerbruders; hier beginnt ein Pilgerweg durch die Altstadt mit der Pfarrkirche, die dem heiligen Ambrosius und ihm geweiht ist, und einem ihm gewidmeten Museum.
In der Umgebung locken die Menhirstätte Corte Noa, die Hochebene Giara di Gesturi mit ihren wilden Pferdchen und, etwas weiter südlich, das UNESCO-Nuraghendorf Su Nuraxi in Barumini. Im Norden beginnen die Dörfer der Barbagia di Belvì wie Aritzo und Belvì, bekannt für ihre Kastanienwälder.
Anreise und praktische Tipps
Laconi liegt im Herzen Sardiniens, in der Provinz Oristano, an der Straße SS128.
- Von Cagliari (Flughafen Elmas und Hafen): etwa 1 Stunde 30 Minuten mit dem Auto.
- Von Oristano: etwa eine Stunde.
- Von Olbia (Flughafen und Hafen): etwa 2 Stunden 30 Minuten.
- Vom Flughafen Alghero: gut zwei Stunden.
Laconi ist auch Station des Trenino Verde (Strecke Mandas–Sorgono), doch dieser touristische Zug fährt nur saisonal – im November ist das Auto die beste Wahl. Der Ort liegt auf über 500 Metern, und Ende November ist es vor allem abends kalt: Packen Sie eine warme Jacke und bequeme Schuhe für das Kopfsteinpflaster ein. Kommen Sie am Vormittag, halten Sie etwas Bargeld bereit und buchen Sie ein B&B oder Agriturismo rechtzeitig, wenn Sie beide Tage bleiben möchten.
Häufige Fragen zu Ocraxus 2026
Wann findet Ocraxus 2026 in Laconi statt?
Am Samstag, 21., und Sonntag, 22. November 2026, in der Altstadt von Laconi.
Was bedeutet „Ocraxus“?
Im Dialekt von Laconi sind Ocraxus die Treffpunkte des Dorfes, die Ecken, an denen man sich unterhält und Neuigkeiten austauscht – deshalb steht das Fest ganz im Zeichen der Begegnung.
Was kann man in Laconi noch besichtigen?
Den Parco Aymerich mit der Burgruine, das Museum der Menhirstatuen und das Geburtshaus des heiligen Ignatius von Laconi.
Wie weit ist Laconi von Cagliari entfernt?
Etwa anderthalb Autostunden von Cagliari und etwa eine Stunde von Oristano.
Quelle: siviaggia.it



