Safranstraßen in Villanovafranca 2026

Am Sonntag, dem 8. November 2026, eröffnet Villanovafranca in der sardischen Hügellandschaft Marmilla die Strade dello Zafferano di Sardegna DOP, die „Safranstraßen“. Das Herbstfestival verbindet die drei Dörfer, in denen das „rote Gold“ der Insel wächst. Sie können blühende Krokusfelder sehen, beim Ernten und Verarbeiten von Hand zusehen und Gerichte und Süßes mit Safran probieren – in einem Ort, der zudem eine der ungewöhnlichsten bronzezeitlichen Stätten Sardiniens besitzt.
Geschichte des Safrans in Villanovafranca
Villanovafranca ist ein Dorf mittelalterlichen Ursprungs und wird 1219 erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Zeit des Judikats Arborea – eines der vier mittelalterlichen sardischen Königreiche – gehörte es zur Baronie Las Plassas der Familie Zapata und blieb bis 1839 Lehensgut. Besiedelt war die Gegend aber schon viel früher: Rund um den Ort finden sich zahlreiche Nuraghen, die steinernen Türme der sardischen Bronzezeit.
Die Landwirtschaft prägt das Leben bis heute: Hartweizen, Oliven, Wein, Mandeln und seit Generationen Safran. Zusammen mit San Gavino Monreale und Turri bildet Villanovafranca das kleine Anbaugebiet des Zafferano di Sardegna DOP, der 2009 die geschützte Ursprungsbezeichnung erhielt. Der Anbau ist Familiensache geblieben: Die Knollen werden im Sommer gesetzt, die violetten Blüten erscheinen von Ende Oktober bis in den November und werden einzeln von Hand am frühen Morgen gepflückt.
Das Festival haben die drei Gemeinden gemeinsam ins Leben gerufen, um ihr Produkt und ihre Landschaft bekannt zu machen. Die Reihenfolge der Etappen wechselt jedes Jahr; 2026 beginnt Villanovafranca.
Was beim Safranfest in Villanovafranca passiert
Am Festtag füllt sich der Ortskern mit Ständen der Erzeuger und lokaler Betriebe, und Sie können zu den Feldern hinausgehen, um die Blüten aus der Nähe zu sehen. Besonders sehenswert ist die sfioritura: das geduldige Herauszupfen der drei roten Narbenfäden aus jeder Blüte, vollständig von Hand. Nur diese Fäden werden zum Gewürz. Nach sardischer Tradition befeuchtet man sie anschließend leicht mit nativem Olivenöl extra und lässt sie trocknen – ein Schritt, den die DOP-Regeln vorsehen.
Meist gibt es Verkostungen, Führungen, Musik und Angebote für Kinder, das Programm ändert sich aber jedes Jahr. Uhrzeiten und Details der Ausgabe 2026 erfahren Sie bei der Gemeinde (Comune) Villanovafranca und auf den offiziellen Kanälen des Festivals.

Was man isst: Safraneis und Gerichte der Marmilla
Am stärksten in Erinnerung bleibt den Besuchern in Villanovafranca das Safraneis, längst ein Markenzeichen des Dorffestes. Daneben finden Sie Gerichte, in denen Safran in Südsardinien seit jeher eine Rolle spielt: Malloreddus (kleine gerillte Grießnocken, oft „alla campidanese“ mit Wurst-Tomaten-Sauce), Fregula (geröstete Grießkügelchen), Ravioli und Süßes wie Pardulas, kleine Gebäckstücke mit Frischkäse oder Ricotta und Safranaroma.
Zum Mitnehmen: Safranfäden direkt vom Erzeuger, Olivenöl, Mandeln und Backwaren aus dem Ort. Ein Küchentipp: Safran verträgt keine starke Hitze – zerbröseln Sie die Fäden und geben Sie sie erst am Ende dazu oder weichen Sie sie vorher in etwas warmer Flüssigkeit ein.
Sehenswertes in Villanovafranca und Umgebung
Weniger als einen Kilometer vom Ort entfernt steht die Nuraghe Su Mulinu, um 1500 v. Chr. errichtet und über Jahrhunderte genutzt. In ihrem Inneren fand man einen steinernen Altar aus der frühen Eisenzeit, einzigartig in Sardinien: Er bildet eine Nuraghe nach und trägt ein Symbol, das mit einem Mondkult in Verbindung gebracht wird. Die Funde zeigt das Archäologische Museum Su Mulinu im Ort. Besuchen Sie am besten zuerst das Museum und danach die Nuraghe.
Im Dorf lohnt die Pfarrkirche San Lorenzo, deren Glockenturm und achteckige Kuppel weit über die Marmilla sichtbar sind. Der alte Ortskern ist aus örtlichem Mergel und Sandstein gebaut, die ältesten Häuser haben Trockenmauern.
Die Umgebung ist ein Paradies für Archäologiefreunde. Auf dem kegelförmigen Hügel von Las Plassas, wenige Autominuten entfernt, liegen die Ruinen der Burg von Marmilla, einst Bollwerk des Judikats Arborea. Etwas weiter folgt Barumini mit dem nuraghischen Komplex Su Nuraxi, UNESCO-Welterbe. In Tuili gibt es den Park Sardegna in Miniatura, und im Norden erhebt sich die Hochebene Giara di Gesturi mit ihren kleinen Wildpferden.
Anreise nach Villanovafranca und praktische Tipps
Ein Auto ist unverzichtbar. Der nächste Flughafen ist Cagliari-Elmas, etwa eine Stunde Fahrt über die Schnellstraße SS131 und die Landstraßen der Marmilla. Von den Flughäfen Alghero oder Olbia sollten Sie deutlich mehr als zweieinhalb Stunden einplanen. Mit der Fähre liegt der Hafen Cagliari etwa eine Stunde entfernt, Olbia und Porto Torres viel weiter. Öffentliche Verkehrsmittel sind rar, besonders sonntags.
- Wann ankommen: Geerntet wird früh am Morgen – kommen Sie vormittags, wenn Sie Felder und Verarbeitung sehen möchten.
- Kleidung: Im November sind die Morgen in der Marmilla kühl und die Felder oft matschig: feste Schuhe und eine leichte Regenjacke.
- Bargeld: praktisch für Einkäufe an den Ständen kleiner Erzeuger.
- Übernachten: Im Ort gibt es einige B&Bs und Gästezimmer, alternativ in Nachbardörfern oder in Cagliari.
- Tagesausflug: Verbinden Sie das Fest mit einem Besuch von Su Nuraxi in Barumini, am besten vorab reserviert.
Häufige Fragen zum Safranfest in Villanovafranca 2026
Wann findet das Safranfest in Villanovafranca 2026 statt?
Die Etappe Villanovafranca der Strade dello Zafferano di Sardegna DOP ist am Sonntag, 8. November 2026. Es folgen San Gavino Monreale am 15. und Turri am 22. November.
Kann man blühende Safranfelder sehen?
Ja. November ist Blütezeit, und während des Festivals öffnen die Erzeuger ihre Felder. Am besten am Morgen, wenn die noch geschlossenen Blüten gepflückt werden.
Was ist das Besondere am sardischen DOP-Safran?
Er wächst nur in Villanovafranca, San Gavino Monreale und Turri, wird als ganze Fäden verkauft, und traditionell befeuchtet man die Fäden vor dem Trocknen mit Olivenöl extra.
Was kann man in Villanovafranca außerdem besichtigen?
Die Nuraghe Su Mulinu mit ihrem Altar, das Archäologische Museum Su Mulinu, die Kirche San Lorenzo sowie in der Nähe die Burg von Las Plassas und Su Nuraxi in Barumini.
Quelle: www.paradisola.it



