Mamoiada

Sant’Antonio-Feuer und Mamuthones in Mamoiada 2027

Mamuthones and Issohadores around the Sant'Antonio bonfire in Mamoiada
© Gregu61 (it.wikipedia); derivative work: Shardan · Wikimedia Commons · Public domain

Am Samstag, dem 16., und Sonntag, dem 17. Januar 2027, feiert Mamoiada im Herzen der sardischen Barbagia den heiligen Antonius den Großen mit einem der ältesten und eindrucksvollsten Rituale der Insel. Am Abend des 16. lodern in allen Vierteln große Feuer; am 17. ziehen die Mamuthones und Issohadores – die uralten Maskenfiguren von Mamoiada – zum ersten Mal im Jahr durch das Dorf und tanzen um die Feuer. Damit beginnt offiziell der Karneval der Barbagia.

Feuer, dröhnende Kuhglocken, dunkle Holzmasken und eine ganze Gemeinschaft auf der Straße: Wer das ursprüngliche Sardinien erleben möchte, ist hier genau richtig.

Bedeutung der Antoniusfeuer in Mamoiada

In Mamoiada heißt das Fest Sant’Antoni ‘e su ohu, “Antonius des Feuers”. Eine auf ganz Sardinien verbreitete Legende erzählt, der heilige Antonius sei in die Hölle hinabgestiegen, habe dort das Feuer gestohlen und es, versteckt in seinem Stab aus Riesenfenchel, den Menschen gebracht – eine Geschichte, die an den Prometheus-Mythos erinnert und erklärt, warum sein Fest Mitte Januar ein Fest der Feuer ist.

Mitten im Winter steht das Feuer für Reinigung und Glück im neuen Jahr. Die gleiche Bedeutung wird den Mamuthones zugeschrieben: Nach der gängigsten Deutung soll der dumpfe Klang ihrer Glocken das Böse vertreiben und gute Ernten herbeirufen. Der Ursprung der Masken ist umstritten und fasziniert Forscher wie Reisende seit Generationen. Sicher ist, dass die Gemeinschaft das Ritual tief verinnerlicht hat und es von Generation zu Generation weitergibt.

Was passiert: die Feuer und der erste Umzug

16. Januar: der Vorabend und die Feuer

Am Vorabend segnet der Pfarrer vor der Pfarrkirche das erste Feuer, und die Gläubigen umrunden es dreimal, während sie das Glaubensbekenntnis sprechen. Mit der Glut dieses gesegneten Feuers werden dann die Feuer der Viertel entzündet: Jedes Viertel schichtet sein eigenes aus großen Holzstapeln auf. Bis spät in die Nacht versammeln sich die Menschen darum und bieten allen Wein und traditionelles Gebäck an. Es ist ein Fest der Dorfgemeinschaft, doch Besucher werden sehr gastfreundlich empfangen.

17. Januar: der erste Auftritt der Mamuthones und Issohadores

Am Festtag des Heiligen findet die prima issida statt, der erste Auftritt der Masken im Jahr. Nach dem Ankleiden in den Räumen der Vereine, die die Tradition pflegen, zieht der Umzug durch das Dorf zu den Feuern und tanzt um jedes einzelne. Gefeiert wird bis in den Abend.

  • Die Mamuthones tragen schwarze Schafsfelle, eine dunkle Holzmaske (die Visera) und auf dem Rücken eine schwere Last von Kuhglocken. Sie gehen gebeugt in zwei parallelen Reihen, mit langsamem, gemessenem Schritt; bei jedem Sprung und Schulterstoß erklingen alle Glocken gleichzeitig.
  • Die Issohadores tragen rote Jacken und weiße Masken und bewegen sich gewandt neben den Mamuthones, die sie anführen. Mit der Soha, einem langen Seil, “fangen” sie junge Frauen oder Freunde aus dem Publikum – wer gefangen wird, hat Glück.

Uhrzeiten und Einzelheiten ändern sich von Jahr zu Jahr; das offizielle Programm veröffentlichen die Pro Loco und die Gemeinde Mamoiada.

Mamuthones with black masks and cowbells parading in front of the crowd
© Prc90 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Was man isst und was man mitnimmt

An den Feuern kosten Sie das Festgebäck, etwa Caschettas, Popassinos (hell und dunkel, mit Rosinen und Nüssen) und den Honigkuchen Coccone ‘in mele. Der wahre Stolz von Mamoiada ist jedoch der Cannonau-Wein: Das Dorf zählt Dutzende kleiner, oft familiengeführter Kellereien, und seine Rotweine gehören zu den geschätztesten der Insel. Eine Flasche Cannonau aus Mamoiada ist das perfekte Mitbringsel.

Dazu passen Schafskäse aus der Barbagia, Wurstwaren und traditionelles Brot. Viele Besucher nehmen auch eine kleine, handgeschnitzte Holzmaske örtlicher Kunsthandwerker mit nach Hause.

Sehenswertes in Mamoiada und Umgebung

Mamoiada, ein Dorf mit rund 2.400 Einwohnern auf über 600 Metern Höhe, liegt nur wenige Kilometer von Nuoro entfernt. Nicht verpassen sollten Sie:

  • das Museum der mediterranen Masken, das die Mamuthones und Issohadores neben traditionellen Masken anderer Länder des Mittelmeerraums und Europas vorstellt – der ideale Ort, um das Ritual zu verstehen;
  • Sa Perda Pintà, auch Stele von Boeli genannt: ein über zweieinhalb Meter hoher Granit-Menhir mit eingemeißelten konzentrischen Kreisen und Schälchen, entdeckt 1997;
  • das ländliche Heiligtum Santi Cosma e Damiano wenige Kilometer außerhalb, umgeben von Pilgerhäuschen (Cumbessias);
  • die Kirche Nostra Signora di Loreto mit ihrer freskengeschmückten Kuppel.

In der Umgebung lohnen Orgosolo mit seinen berühmten Wandmalereien (Murales), Nuoro mit Trachtenmuseum, dem Geburtshaus der Nobelpreisträgerin Grazia Deledda und dem Monte Ortobene sowie Barbagia-Dörfer wie Gavoi und Fonni.

Anreise nach Mamoiada und praktische Tipps

  • Mit dem Auto: etwa 20 Minuten von Nuoro. Ein Auto ist unverzichtbar.
  • Von den Flughäfen: von Olbia etwa anderthalb Stunden, von Cagliari etwa zweieinhalb Stunden, von Alghero etwa 2 Stunden.
  • Von den Häfen: von Olbia etwa anderthalb Stunden, von Cagliari etwa zweieinhalb Stunden.
  • Ankunft: Für die Segnung und das Entzünden der Feuer kommen Sie am Nachmittag des 16.; für den ersten Umzug der Masken am 17. ab dem frühen Nachmittag.
  • Kleidung: Die Januarnächte in der Barbagia sind sehr kalt, Schnee ist möglich – Zwiebellook, feste Schuhe, Mütze und Handschuhe. Vorsicht vor Funken und Rauch an den Feuern.
  • Unterkunft: Im Dorf gibt es nur wenige Betten, frühzeitig buchen; Nuoro ist eine gute Alternative in kurzer Entfernung.
  • Respekt: Es ist ein tief empfundenes Ritual – fotografieren ist erlaubt, aber versperren Sie den Masken nicht den Weg.

Häufige Fragen zu den Antoniusfeuern in Mamoiada 2027

Wann finden die Antoniusfeuer in Mamoiada 2027 statt?

Die Feuer werden am Abend des Samstags, 16. Januar 2027, entzündet; den ersten Auftritt der Mamuthones und Issohadores gibt es am Sonntag, 17. Januar.

Wer sind die Mamuthones?

Die traditionellen Maskenfiguren von Mamoiada: in schwarze Schafsfelle gekleidet, das Gesicht hinter dunklen Holzmasken verborgen, mit Kuhglocken auf dem Rücken. Begleitet werden sie von den Issohadores in roten Jacken.

Wann sieht man die Mamuthones nach dem Antoniusfest wieder?

Im Karneval, vor allem am Faschingssonntag und am Faschingsdienstag, wenn sie erneut durch das Dorf ziehen.

Ist das Fest für Besucher offen?

Ja, alles findet auf Straßen und Plätzen statt, jeder kann zuschauen. An den Feuern werden Besucher mit Wein und Gebäck empfangen.