Fonni

Cortes Apertas Fonni 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

Mural of a horse and a man at a fountain on a house in Fonni
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Vom 6. bis 8. Dezember 2026, über das Feiertagswochenende Mariä Empfängnis, ist Fonni Gastgeber von Autunno in Barbagia – Cortes Apertas. Auf rund 1.000 m Höhe an den Hängen des Gennargentu öffnet das höchstgelegene Dorf Sardiniens seine historischen Häuser, Höfe und Keller – mit Bergspezialitäten, Handwerk, Karnevalsmasken und schon weihnachtlicher Stimmung.

Cortes Apertas in Fonni: Geschichte und Bedeutung

Cortes apertas heißt auf Sardisch „offene Höfe“. In den alten Häusern der Barbagia – dem gebirgigen Herzen der Insel – spielte sich im Hof das Leben ab: Backofen, Keller, Werkzeug, Tiere. Mit der Veranstaltungsreihe Autunno in Barbagia, gefördert von der Handelskammer Nuoro, öffnen sich diese Räume von September bis Dezember jedes Wochenende in einem anderen Dorf.

Fonni mit rund 4.000 Einwohnern ist der wichtigste Ort der Barbagia di Ollolai und eng mit Hirtenleben und Wanderweidewirtschaft verbunden. Die Traditionen sind lebendig: der Karneval mit den Masken s’Urthu (eine wilde, tierähnliche Gestalt an Ketten) und den Buttudos (seine Wächter), die Verehrung der Vergine dei Martiri und der Palio di Fonni, ein Pferderennen Anfang August. Die Nobelpreisträgerin Grazia Deledda ließ einen Teil ihres Romans Cenere (1903) hier spielen.

Was Sie in Fonni beim Fest erleben

Im Ortskern öffnen Häuser und Höfe, manche noch mit traditionellen Holzschindeldächern, den Scandulas. Frühere Ausgaben boten eine lebende Krippe, das Anlegen der Fonneser Tracht, Umzüge der Urthos und Buttudos, mehrstimmige Chöre, sardische Tänze, Ausstellungen zu Handwerk, Messern und Sätteln sowie eine Bimmelbahn zu den Wandmalereien. Das Programm 2026 veröffentlichen Gemeinde und Veranstalter kurz vor dem Termin.

Nicht verpassen:

  • die Basilika der Vergine dei Martiri vom Anfang des 18. Jahrhunderts mit Fresken, silbernen Reliquiaren und einem unterirdischen Heiligtum; der Platz davor ist von Cumbessias gesäumt, kleinen Pilgerhäusern;
  • das Franziskanerkloster (1610) mit Kreuzgang und das Oratorium San Michele;
  • die spätgotische Kirche San Giovanni Battista;
  • das Museum der Hirtenkultur in einem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert;
  • die Murales mit Szenen aus Handwerk, Alltag und Karneval.
Fonni's traditional masks, S'Urthu and Su Buttudu, in the village square
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Was man in Fonni isst und mitnimmt

Fonni ist Hirtenland, und das schmeckt man. Probieren Sie:

  • die Savoiardi di Fonni, weiche Biskuits aus Eiern, Zucker und Mehl, die Gästen zum Kaffee gereicht werden – das Wahrzeichen unter den Süßigkeiten des Dorfes;
  • Salsiccia aus Fonni und andere Bergwurstwaren;
  • Pecorino und Ricotta;
  • Pane carasau, das knusprige, hauchdünne Hirtenbrot;
  • geröstete Kastanien und Rotwein gegen die Dezemberkälte.

Als Mitbringsel: eine Tüte Savoiardi, ein gereifter Pecorino, ein handgemachtes sardisches Messer oder eine Holzarbeit. Bargeld für kleine Erzeuger nicht vergessen.

Rund um Fonni: Gennargentu, Nuraghen und Gigantengräber

Fonni ist das Tor zum Gennargentu, Sardiniens höchstem Gebirge. Über dem Ort erheben sich Bruncu Spina und Monte Spada, beide über 1.800 m, mit Skiliften (nicht immer in Betrieb) und Wanderwegen. Schnee ist schon im Dezember möglich.

Für Archäologie-Fans:

  • der nuraghische Komplex Gremanu Richtung Pratobello mit Tempeln, rund hundert Hütten und einem Wasserleitungssystem, genutzt zwischen dem 15. und 9. Jahrhundert v. Chr.;
  • die Nekropole Madau mit vier Gigantengräbern (bronzezeitliche Gemeinschaftsgräber) mit stierkopfförmiger Front;
  • der Nuraghe Dronnoro mit Hauptturm und zwei kleineren Türmen.

In der Nähe liegen Mamoiada, Heimat der Mamuthones-Masken, Orgosolo mit seinen berühmten Wandbildern und Gavoi am Gusana-See.

Anreise nach Fonni und praktische Tipps

  • Ab Nuoro: etwa 35–40 Minuten mit dem Auto.
  • Ab Olbia (Flughafen und Fährhafen): etwa 1 Stunde 45 Minuten über die SS131 DCN und Nuoro.
  • Ab Flughafen Alghero: etwa 2 Stunden.
  • Ab Cagliari (Flughafen und Hafen): etwa 2 Stunden 15 Minuten.

Ein Auto ist nötig. Im Dezember ist es auf 1.000 m richtig kalt: Ziehen Sie sich im Zwiebellook an, nehmen Sie Handschuhe und Mütze mit und bei Schneeprognose Schneeketten oder Winterreifen. Das Feiertagswochenende gehört zu den meistbesuchten der Saison – kommen Sie vormittags und buchen Sie Ihre Unterkunft frühzeitig, in Fonni oder in den Nachbarorten. Bargeld und Schuhe mit gutem Profil für das Steinpflaster sind empfehlenswert.

Häufige Fragen zu Cortes Apertas in Fonni

Wann findet Autunno in Barbagia in Fonni 2026 statt?

Von Sonntag, 6., bis Dienstag, 8. Dezember 2026, über den Feiertag Mariä Empfängnis (8. Dezember, in Italien gesetzlicher Feiertag).

Warum gilt Fonni als höchstes Dorf Sardiniens?

Der Ortskern liegt auf etwa 1.000 m an der Nordflanke des Gennargentu – höher als jede andere Gemeinde der Insel.

Wer sind Urthos und Buttudos?

Die Karnevalsmasken von Fonni: s’Urthu ist eine wilde, in Felle gehüllte Gestalt, die von den Buttudos mit Seilen und Ketten gebändigt wird. Bei früheren Cortes Apertas zogen sie oft durch das Dorf.

Liegt im Dezember Schnee in Fonni?

Möglich, vor allem auf Bruncu Spina und Monte Spada, aber nicht garantiert. Prüfen Sie den Wetterbericht und rüsten Sie Ihr Auto entsprechend aus.

Quelle: www.portalesardegna.com