Desulo

Cortes Apertas Desulo 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

Desulo seen from above, clinging to the wooded slopes of the Gennargentu
© Vid Pogacnik · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Am Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November 2026, öffnet das Bergdorf Desulo seine Cortes – Innenhöfe und alte Familienhäuser – für sein Wochenende von Autunno in Barbagia („Herbst in der Barbagia“), der Veranstaltungsreihe, die auch als Cortes Apertas bekannt ist. In Desulo heißt das Fest La Montagna Produce („Der Berg bringt hervor“): zwei Tage mit Kastanien, Nougat, Bergkäse, Holzschnitzerei und einer der prächtigsten Trachten Sardiniens.

Geschichte und Bedeutung von Cortes Apertas in Desulo

Desulo liegt auf rund 900 Metern Höhe am Westhang des Gennargentu, des höchsten Gebirges Sardiniens, in der Barbagia di Belvì. Eigentlich besteht der Ort aus drei alten Weilern – Asuai, Ovolaccio und Issiria –, die jahrhundertelang getrennt waren und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammenwuchsen. Jedes Viertel hat bis heute eigene Gassen, Häuser aus Schieferstein und Kirchen.

Das Leben war immer eng mit dem Berg verbunden: Kastanien und Walnüsse, Holz, Weiden für Schafe und Ziegen. Berühmt waren auch die Wanderhändler aus Asuai, die mit den Waren des Dorfes über die ganze Insel zogen; ein Platz vor der Kirche San Sebastiano ist ihnen gewidmet. Aus diesem Geist ist La Montagna Produce entstanden – ein Dorf zeigt, was es anbaut und herstellt.

Die gesamte Reihe Autunno in Barbagia begann 1996 in Oliena, als einige Familien erstmals ihre Höfe für Besucher öffneten. Seit 2001 trägt sie ihren heutigen Namen und wird von der Handelskammer Nuoro und ihrer Agentur ASPEN gemeinsam mit den Gemeinden getragen. Von September bis Dezember ist jedes Wochenende ein anderes Dorf an der Reihe.

Was Sie bei La Montagna Produce erwartet

Der Ortskern mit engen Gassen und Steinhäusern, deren Türen und Fenster oft hellblau umrandet sind, wird zu einem Rundgang durch geöffnete Höfe. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt der Verkostungen im Viertel Asuai, doch ein Spaziergang durch alle drei lohnt sich. Typisch sind:

  • Holzhandwerk – Desulo hat eine lange Schnitztradition; Handwerker zeigen und fertigen ihre Stücke vor Publikum.
  • Die Tracht von Desulo – aus rotem Orbace (grobem, handgewebtem Wollstoff), verziert mit Stickereien, Samt und Damast. Einige ältere Frauen tragen sie noch im Alltag.
  • Der Montanaru-Preis – ein Literaturpreis für Dichtung in sardischer Sprache, benannt nach Antioco Casula, genannt Montanaru, dem großen Dichter des Dorfes.
  • Umzüge und Musik – zuletzt mit Trachtengruppen, traditionellen Masken aus ganz Sardinien, Chören und Abendkonzerten.

Das Programm wechselt jedes Jahr. Genaue Zeiten für 2026 veröffentlichen die Gemeinde Desulo und die offiziellen Kanäle von Autunno in Barbagia.

Women from Desulo parading in the red and yellow traditional costume with black veil
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Kulinarisches und Mitbringsel

Ende Oktober ist Kastanienzeit. Probieren Sie geröstete Kastanien direkt vom Feuer und den Torrone, einen Nougat aus Honig, Eiweiß und Nüssen, der eng mit den Händlern aus Desulo verbunden ist. Dazu gibt es Schaf- und Ziegenkäse, frische Ricotta, Bergwurst, Apfelsaft aus alten Sorten sowie hausgemachtes Brot und Gebäck, oft vor Ihren Augen zubereitet.

Schöne Mitbringsel sind ein Stück Torrone, Kastanien oder Haselnüsse, ein gereifter Käse oder ein geschnitzter Gegenstand aus Holz. Viele kleine Erzeuger nehmen nur Bargeld.

Sehenswürdigkeiten in Desulo und Umgebung

Besuchen Sie die Casa Museo Montanaru in Ovolaccio, das Geburtshaus des Dichters. Heute ist es ein Volkskundemuseum mit Trachten, Werkzeugen aus Landwirtschaft und Hirtenleben, Hausrat und Casulas Bibliothek. Sehenswert sind auch die alte Pfarrkirche Sant’Antonio Abate – zu Ehren des Schutzpatrons brennen im Januar große Feuer – sowie die Kirchen Santa Croce und San Sebastiano.

Die Umgebung ist reich an Vorgeschichte: Domus de Janas („Feenhäuser“, kleine in den Fels gehauene Gräber aus der Jungsteinzeit), ein Gigantengrab und mehrere Nuraghen, die Steintürme der sardischen Bronzezeit. In den Wäldern stehen noch Pinnettas, runde Steinhütten der Hirten.

Wanderer starten am Pass Tascusì (etwa 1.250 Meter) zu Touren auf den Bruncu Spina und die Punta La Marmora (1.834 Meter), den höchsten Gipfel Sardiniens. In der Nähe liegen Tonara, bekannt für seinen Torrone, das Kastaniendorf Aritzo und im Norden Fonni.

Anreise nach Desulo und praktische Tipps

Desulo liegt tief im Inselinneren; am bequemsten reisen Sie mit dem Mietwagen. Vom Flughafen und Fährhafen Olbia sowie vom Flughafen Alghero brauchen Sie gut 2 Stunden, von Cagliari etwa zweieinhalb Stunden, von Nuoro über Fonni rund 1 Stunde. Das letzte Stück ist eine kurvenreiche Bergstraße.

  • Kleidung: Auf 900 Metern ist es Ende Oktober kühl, abends kalt, und Regen ist häufig. Warme Jacke, mehrere Schichten und bequeme Schuhe für steile Gassen einpacken.
  • Ankunft: Kommen Sie am Vormittag, bevor es voll wird. Der 1. November ist in Italien Feiertag.
  • Bargeld: für Kostproben und kleine Einkäufe immer dabeihaben.
  • Übernachtung: B&Bs und Agriturismi (Ferien auf dem Bauernhof) gibt es in der Gegend, sie sind aber schnell ausgebucht. Früh reservieren oder Nuoro als Standort wählen.

Häufige Fragen zu Autunno in Barbagia Desulo 2026

Wann findet Cortes Apertas in Desulo 2026 statt?

La Montagna Produce findet am Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November 2026 statt.

Was ist La Montagna Produce?

So heißt das Wochenende von Autunno in Barbagia in Desulo: ein Fest der regionalen Produkte, des Handwerks und der Kultur mit offenen Höfen, Verkostungen, Ausstellungen und dem Montanaru-Dichterpreis.

Kann man am selben Wochenende im Gennargentu wandern?

Ja, wenn das Wetter mitspielt. Vom Pass Tascusì führen Wege zum Bruncu Spina und zur Punta La Marmora. Im November kann das Bergwetter schnell umschlagen: früh starten, Kleidung in Schichten und vorher die Bedingungen prüfen.

Wer war Montanaru?

Montanaru ist der Künstlername von Antioco Casula, einem in Desulo geborenen Dichter und einer der wichtigsten Stimmen der sardischsprachigen Lyrik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Quelle: www.portalesardegna.com