Cortes Apertas Nuoro 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

Am Samstag, 14., und Sonntag, 15. November 2026, ist Nuoro Station von Autunno in Barbagia („Herbst in der Barbagia“) – hier unter dem Namen Mastros in Nùgoro. Zwei Tage lang füllen sich die historischen Viertel San Pietro (sardisch Santu Predu) und Seuna mit offenen Werkstätten, Innenhöfen, regionalen Spezialitäten, Musik und Kultur – in der Heimatstadt der Nobelpreisträgerin Grazia Deledda am Fuß des Monte Ortobene.
Geschichte und Bedeutung von Mastros in Nùgoro
Mastros bedeutet auf Sardisch „Meister“ – gemeint sind die erfahrenen Handwerker, die Eisen, Holz, Gold, Ton und Stoffe bearbeiten. Nùgoro ist der sardische Name von Nuoro. Der Titel sagt also alles: ein Fest der städtischen Handwerkskunst in den Vierteln, in denen sie über Generationen weitergegeben wurde.
San Pietro und Seuna sind die ältesten Viertel Nuoros. Seuna gilt als Keimzelle der Stadt und war traditionell das Viertel der Bauern; in Santu Predu wurde Grazia Deledda geboren. Sie ist bis heute die einzige Italienerin, die den Literaturnobelpreis erhielt – verliehen für das Jahr 1926. 2026 jährt sich der Preis also zum hundertsten Mal, ein schöner Anlass, durch die Gassen ihrer Romane zu gehen.
Nuoro wird wegen seiner vielen Schriftsteller und Künstler seit Langem das „sardische Athen“ genannt: Neben Deledda stammen von hier der Dichter Sebastiano Satta, der Schriftsteller Salvatore Satta, Autor von Der Tag des Gerichts, und der Bildhauer Francesco Ciusa. Mastros in Nùgoro verbindet dieses Erbe mit Handwerk, Musik, Literatur und Museen.
Die Reihe Autunno in Barbagia, die von September bis Dezember jedes Wochenende in einem anderen Ort Zentralsardiniens Station macht, begann 1996 und wird von der Handelskammer Nuoro, ihrer Agentur ASPEN und den Gemeinden getragen.
Was Sie bei Mastros in Nùgoro erwartet
Die Altstadt mit kleinen Plätzen, niedrigen Häusern und Höfen wird zu einem Rundgang durch offene Werkstätten und Ausstellungsräume. Nach den letzten Ausgaben zu urteilen, gibt es:
- Handwerker bei der Arbeit: Goldschmiede, Töpfer, Schmiede und Weberinnen zeigen ihre Techniken; viele Stücke kann man direkt kaufen.
- Streetfood und traditionelle Gerichte auf Plätzen und Straßen, dazu regionale Weine und Craft-Biere.
- Musik und Gesang: Nuoro hat eine starke Chortradition und pflegt den Canto a tenore, den vierstimmigen Männergesang, den die UNESCO als Kulturerbe anerkennt; zuletzt gab es Konzerte in Kirchen, Gassen und auf Plätzen.
- Literarische Rundgänge und geöffnete Museen, mit Veranstaltungen zu Grazia Deledda.
- Kinderwerkstätten, Ausstellungen und Führungen.
Das Programm 2026 mit Zeiten und Orten veröffentlichen die Stadt Nuoro und die offiziellen Kanäle von Autunno in Barbagia in den Tagen davor.

Kulinarisches aus Nuoro und Mitbringsel
Die Küche Nuoros ist die der Barbagia: Brot, Käse und Fleisch. Probieren Sie Pane carasau, das hauchdünne Fladenbrot, und Pane guttiau (Carasau mit Olivenöl und Salz), Pecorino, Seadas (große frittierte Teigtaschen mit Käsefüllung und Honig) und die seltene Su filindeu („Fäden Gottes“): eine hauchfeine, von Hand gezogene Pasta, die nur noch wenige Frauen herstellen können, serviert in Hammelbrühe mit Frischkäse.
Süß und typisch für Nuoro ist die Aranzada aus kandierter Orangenschale, Honig und Mandeln. Dazu passt Cannonau, der in den Nachbarorten Oliena und Mamoiada einige seiner besten Weine hervorbringt.
Zum Mitnehmen: Schmuck aus sardischem Filigran, Keramik oder Webarbeiten direkt aus der Werkstatt, ein Pecorino, eine Packung Aranzada und eine Flasche Cannonau.
Sehenswürdigkeiten in Nuoro und Umgebung
In Santu Predu liegt das Museo Deleddiano, das Geburtshaus der Schriftstellerin. In der Nähe: die Kathedrale Santa Maria della Neve, die Piazza Sebastiano Satta, vom Bildhauer Costantino Nivola mit Granitblöcken und kleinen Bronzefiguren gestaltet, und das MAN, das Museum für zeitgenössische Kunst. Auf dem Hügel Sant’Onofrio zeigt das Museo del Costume eine große Sammlung sardischer Trachten, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände; außerdem gibt es ein archäologisches Nationalmuseum.
Am Beginn der Straße zum Monte Ortobene steht die Chiesa della Solitudine, in der Deledda begraben ist. Auf dem Gipfel des Ortobene, zwischen Wald und Granitblöcken, blickt die Bronzestatue des Redentore (Christus der Erlöser) über die Stadt; die Aussicht reicht vom Gennargentu bis zum Golf von Orosei. Ende August zieht die Sagra del Redentore jedes Jahr Prozessionen und Trachtengruppen aus ganz Sardinien an.
In der Umgebung: Oliena und das Supramonte-Gebirge, die Quelle Su Gologone, die Wandbilder von Orgosolo, die Masken von Mamoiada und an der Küste Dorgali und der Golf von Orosei.
Anreise nach Nuoro und praktische Tipps
Nuoro ist die am leichtesten erreichbare Station von Autunno in Barbagia. Mit dem Auto brauchen Sie vom Flughafen und Fährhafen Olbia etwa 1 Stunde und 15 Minuten über die Schnellstraße, von Cagliari rund 2 Stunden über die SS131 und von Alghero etwa 1 Stunde und 45 Minuten. Es gibt Busverbindungen nach Olbia und Cagliari, für Ausflüge ins Umland ist ein Auto aber praktischer.
- Kleidung: Mitte November ist es kühl und oft regnerisch; Schichten, Regenjacke und bequeme Schuhe für die steilen Gassen.
- Parken: Teile der Altstadt sind während der Veranstaltung gesperrt. Früh kommen, außerhalb parken und zu Fuß gehen.
- Bargeld: praktisch für Kostproben, auch wenn in der Stadt Kartenzahlung verbreiteter ist als in den Dörfern.
- Übernachtung: Hotels, B&Bs und Ferienwohnungen sind vorhanden; Nuoro ist auch ein guter Standort für die anderen November-Stationen.
Häufige Fragen zu Mastros in Nùgoro 2026
Wann findet Mastros in Nùgoro 2026 statt?
Am Samstag, 14., und Sonntag, 15. November 2026, in den historischen Vierteln San Pietro (Santu Predu) und Seuna.
Was bedeutet Mastros in Nùgoro?
Auf Sardisch „(Handwerks-)Meister in Nuoro“. So heißt das Wochenende von Autunno in Barbagia in Nuoro, das Handwerk, regionalen Produkten und der Kultur der Stadt gewidmet ist.
Wo ist das Haus von Grazia Deledda in Nuoro?
Im Viertel Santu Predu, einem der beiden Schauplätze der Veranstaltung. Heute ist es das Museo Deleddiano über Leben und Werk der Autorin.
Was sollte man in Nuoro an einem Tag sehen?
Die Altstadtviertel Santu Predu und Seuna, das Museo Deleddiano, die Piazza Satta, das Museo del Costume und bei gutem Wetter die Fahrt auf den Monte Ortobene zur Redentore-Statue.
Quelle: www.portalesardegna.com



