Cortes Apertas Mamoiada 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

Von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. November 2026, ist Mamoiada mit seinen Cortes Apertas Teil von Autunno in Barbagia („Herbst in der Barbagia“): Drei Tage lang öffnen Innenhöfe, alte Häuser und Weinkeller ihre Türen. Eine ideale Gelegenheit, das Dorf der Mamuthones und Issohadores kennenzulernen – und eine der besten Gegenden Sardiniens für den Rotwein Cannonau, begleitet von traditionellem Brot und Gebäck.
Geschichte und Bedeutung: Mamoiada, Masken und Wein
Mamoiada liegt auf etwa 640 Metern in der Barbagia di Ollolai, rund 15 Kilometer von Nuoro entfernt, im bergigen Herzen der Insel. Besiedelt ist die Gegend seit der Jungsteinzeit; in römischer Zeit führte die Straße zwischen Olbia und Cagliari hier vorbei, und der Name des Viertels Su Hastru erinnert noch an das römische castrum. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Judikat Arborea, einem der vier mittelalterlichen Reiche Sardiniens, danach zu aragonesischen und spanischen Lehnsherren, bis das Feudalsystem 1839 endete.
Berühmt ist Mamoiada aber vor allem für seine Masken. Die Mamuthones tragen eine schwarze, geschnitzte Holzmaske, dunkle Schaffelle und auf dem Rücken eine schwere Last aus Kuhglocken, die sie mit langsamen, rhythmischen Schritten erklingen lassen. Die Issohadores in roten Jacken, manchmal mit weißer Maske, führen sie an und werfen die Soha, ein Seil, mit dem sie Zuschauer „einfangen“ – das soll Glück bringen. Der Ritus ist uralt und mit dem Lauf der Jahreszeiten verbunden. Zum ersten Mal im Jahr erscheinen die Masken am 17. Januar bei den Feuern für Sant’Antonio Abate, dann wieder im Karneval.
In den letzten Jahrzehnten ist Mamoiada auch zum Weindorf geworden: Dutzende kleine, oft familiengeführte Kellereien bauen an den Hängen vor allem Cannonau an. Neben der Schafzucht ist der Wein heute eine tragende Säule der Wirtschaft.
Die Reihe Autunno in Barbagia begann 1996 in Oliena und wird von der Handelskammer Nuoro, ihrer Agentur ASPEN und den Gemeinden getragen. 2026 findet sie zum 26. Mal statt.
Was Sie bei Cortes Apertas in Mamoiada erwartet
Am Wochenende wird der Ortskern zu einem Rundgang durch offene Höfe und Keller. Typisch sind:
- Cannonau-Verkostungen in Kellern und Höfen, oft direkt mit den Winzern.
- Das Museum der Mittelmeermasken (Museo delle Maschere Mediterranee), das die Mamuthones und Issohadores neben anderen Masken des Mittelmeerraums zeigt.
- Handwerker bei der Arbeit, darunter die Schnitzer der Holzmasken.
- Brot, Gebäck und Käse aus Privathäusern, mit Vorführungen traditioneller Herstellung.
Gut zu wissen: Der rituelle Umzug der Mamuthones findet im Januar und im Karneval statt. Ist während Cortes Apertas 2026 ein Auftritt geplant, steht er im offiziellen Programm – rechnen Sie aber nicht fest damit. Zeiten erfahren Sie bei der Gemeinde Mamoiada und bei Autunno in Barbagia.

Kulinarisches und Mitbringsel
Der Star ist der Cannonau, Sardiniens bekannteste rote Rebsorte, die hier kräftige, aromatische Weine ergibt. Viele Kellereien verkaufen direkt – so nehmen Sie ein paar Flaschen mit und lernen die Menschen dahinter kennen.
Dazu gibt es Pane carasau, das hauchdünne, knusprige Fladenbrot der Barbagia, Pecorino vom Schaf, Wurstwaren und traditionelles Gebäck mit Mandeln, Walnüssen, Honig und Sapa (eingekochtem Traubenmost), etwa die Papassinos. In den Werkstätten gibt es außerdem Holzmasken und kleine Objekte rund um die Mamuthones – ein Souvenir mit echter Geschichte.
Sehenswürdigkeiten in Mamoiada und Umgebung
Neben dem Maskenmuseum hat das Dorf das Museo della Cultura e del Lavoro über das bäuerliche und das Hirtenleben sowie das archäologische Museum MATer. Der berühmteste Fund der Gegend ist Sa Perda Pintà, auch Stele von Boeli genannt: ein über zweieinhalb Meter hoher Granit-Menhir mit konzentrischen Kreisen und Schälchen, der 1997 in einem Gemüsegarten entdeckt wurde.
Unter den Kirchen fällt Nostra Signora di Loreto mit ihrer ausgemalten Kuppel auf. Etwa 5 Kilometer außerhalb, an der Straße nach Gavoi, liegt das Landheiligtum Santi Cosma e Damiano. In der Umgebung finden sich Domus de Janas (jungsteinzeitliche Felsgräber), Menhire und einige Nuraghen, die bronzezeitlichen Steintürme Sardiniens.
Mamoiada ist ein guter Ausgangspunkt für die Barbagia: Orgosolo mit seinen Wandbildern (Murales) liegt nur wenige Kilometer entfernt, ebenso Oliena und das Supramonte-Gebirge. Nuoro mit den Museen zu Grazia Deledda und zur sardischen Tracht erreichen Sie in Kürze, im Süden liegen Fonni und der Gusana-See bei Gavoi.
Anreise nach Mamoiada und praktische Tipps
Am einfachsten reisen Sie mit dem Auto. Vom Flughafen und Fährhafen Olbia brauchen Sie etwa anderthalb Stunden, von den Flughäfen Alghero und Cagliari rund 2 Stunden, größtenteils über die Schnellstraße SS131 und dann Richtung Nuoro. Von Nuoro sind es etwa 20 Minuten.
- Kleidung: Im November kann es kühl und nass sein. Bequeme Schuhe, Jacke und ein kleiner Schirm.
- Ankunft: vormittags oder am frühen Nachmittag. Samstag und Sonntag sind am vollsten, der Freitag ist ruhiger.
- Wein und Auto: Wer verkostet, sollte einen Fahrer bestimmen, der nicht trinkt.
- Bargeld: praktisch für kleine Einkäufe.
- Übernachtung: B&Bs und Ferienwohnungen im Ort; mehr Auswahl im nahen Nuoro.
Häufige Fragen zu Cortes Apertas Mamoiada 2026
Wann findet Autunno in Barbagia in Mamoiada 2026 statt?
Von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. November 2026.
Sieht man die Mamuthones bei Cortes Apertas?
Ihre traditionellen Auftritte sind am 17. Januar zu Sant’Antonio Abate und im Karneval. Das Museum der Mittelmeermasken können Sie während Cortes Apertas immer besuchen; eventuelle Vorführungen stehen im offiziellen Programm.
Was sollte man in Mamoiada an einem Tag sehen?
Das Maskenmuseum, den Ortskern mit seinen Höfen, ein oder zwei Cannonau-Keller, die Stele Sa Perda Pintà und, wenn Zeit bleibt, das Heiligtum Santi Cosma e Damiano. Ein Abstecher zu den Murales von Orgosolo passt gut dazu.
Wie weit ist Mamoiada von Nuoro entfernt?
Etwa 15 Kilometer, rund 20 Minuten mit dem Auto.
Quelle: www.portalesardegna.com



