Ollolai

Cortes Apertas Ollolai 2026: Autunno in Barbagia – offene Höfe

The stone church of San Basilio in Ollolai
© Millerius · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Am 14. und 15. November 2026 öffnet das Bergdorf Ollolai seine Cortes für die Etappe von Autunno in Barbagia – Cortes Apertas. Ollolai gab einer ganzen historischen Landschaft ihren Namen, der Barbagia di Ollolai, und zeigt an diesem Wochenende seine ursprünglichste Seite: Körbe aus Affodill, von den Frauen des Dorfes geflochten, Häuser aus dunklem Granit, Schafskäse, Wein und alte Gesänge.

Was Cortes Apertas ist – und warum gerade Ollolai

Autunno in Barbagia („Herbst in der Barbagia“) ist eine Reihe von Dorffesten, die von September bis Dezember jedes Wochenende in einem anderen Ort im Inneren Sardiniens stattfinden. Cortes sind die Innenhöfe der traditionellen Häuser, in denen früher gearbeitet, Vorräte gelagert und gemeinsam gelebt wurde. Bei Cortes Apertas („offene Höfe“) öffnen Familien, Vereine und Handwerker diese Räume für Besucher. Es ist weniger eine Touristenmesse als eine Einladung zu den Menschen nach Hause.

Ollolai passt dazu besonders gut. Die Überlieferung verbindet das Dorf mit Ospitone (Hospito), dem Anführer der Barbaricini, der nie unterworfenen Bergbewohner, an den Papst Gregor der Große im Jahr 594 schrieb, um ihn zur Bekehrung seines Volkes zu bewegen. Im Mittelalter, zur Zeit der sardischen Giudicati, war Ollolai Sitz eines Verwaltungsbezirks.

Was es bei Cortes Apertas in Ollolai zu sehen gibt

Im Mittelpunkt steht s’iscraria, die Kunst, Körbe aus den Blättern des Affodill zu flechten, einer Wildpflanze, die auf den Weiden rund um das Dorf wächst. Die Frauen sammeln und trocknen die Blätter und flechten daraus Körbe, Tabletts und Behälter mit geometrischen Mustern. In den Höfen und bei Vorführungen können Sie ihnen zusehen, meist ist auch die Ausstellung zu diesem Handwerk geöffnet.

Im alten Ortskern stehen Granithäuser mit dunklen Steinportalen rund um die Pfarrkirche San Michele Arcangelo, ursprünglich gotisch-aragonesisch und mehrfach umgebaut. Im Inneren hängen Bilder von Carmelo Floris, der die Frauen von Ollolai in ihrer Tracht malte.

In früheren Jahren gehörten das Ankleiden einer Braut in Tracht und Schmuck, Ausstellungen von Trachten, Masken und Messgewändern, Vorführungen von handgemachter Pasta, örtliche Chöre, Feuer auf den Plätzen und Partien sa murra dazu, ein lautes sardisches Fingerspiel. Ollolai ist zudem eine Hochburg von s’istrumpa, dem traditionellen sardischen Ringkampf. Das Programm 2026 veröffentlichen Gemeinde und Veranstalter kurz vorher – bitte vor der Abfahrt prüfen.

Detail of the women's costume of Ollolai with brocade jacket and coral necklace
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Was man essen und mitnehmen sollte

Hier ist Hirtenland, und Käse gehört dazu. In Ollolai wird Fiore Sardo hergestellt, der harte Schafskäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP), typisch für die Barbagia; in manchen Jahren konnte man beim Käsen zuschauen. Probieren Sie auch macarrones de poddighe, mit den Fingern geformte Pasta, Bergwurst, traditionelles Brot und kräftige Rotweine aus der Umgebung.

Süß wird es mit su pistiddu, einem Gebäck, das zu den Feuern des heiligen Antonius im Januar gehört. Das schönste Mitbringsel ist aber ein Affodillkorb, direkt bei der Frau gekauft, die ihn geflochten hat.

Das Dorf und die Umgebung

Ollolai liegt auf fast 1.000 Metern Höhe am Hang des Monte San Basilio (Santu Basili). Auf dem Gipfel steht die Kirche San Basilio Magno, byzantinischen Ursprungs und im 20. Jahrhundert neu errichtet, umgeben von Cumbessias, einfachen Pilgerunterkünften. In der Nähe liegen Reste eines nuraghischen Dorfes und die Ruinen eines Franziskanerklosters; das archäologische Gebiet von Santu Basili gilt als Ursprung des Ortes.

Die Landschaft besteht aus Macchia, alten Eichen, Steineichen, Eiben und Quellen. In den Granitfelsen finden sich Gräber in natürlichen Felshöhlen, genutzt von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit. Eine Panoramastraße führt zum Lago di Cucchinadorza, und vom Aussichtspunkt Su Nodu de s’Aschisorgiu reicht der Blick an klaren Tagen bis zum Meer.

Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit Gavoi und dem Lago di Gusana, mit Fonni, dem höchstgelegenen Dorf Sardiniens, mit Olzai und mit Mamoiada, der Heimat der Mamuthones-Masken. Nuoro ist etwa 30 km entfernt.

Anreise nach Ollolai und praktische Tipps

  • Ab Flughafen oder Hafen Olbia: Richtung Nuoro und dann hinauf in die Barbagia, etwa 1,5 Stunden.
  • Ab Flughafen Cagliari: über die SS131 und die Straße nach Nuoro, etwa 2,5 Stunden.
  • Ab Flughafen Alghero oder Porto Torres: etwa 2 Stunden über die SS131 und Nuoro.

Ein Mietwagen ist die bequemste Lösung. Das Dorf füllt sich schnell, kommen Sie also vormittags und parken Sie am Ortsrand. Im November ist es auf fast 1.000 Metern kalt, oft regnerisch oder neblig: Zwiebellook, Regenjacke und feste Schuhe für steile Pflastergassen sind ideal. Nehmen Sie Bargeld mit, viele kleine Erzeuger nehmen keine Karten. Betten im Ort sind knapp – buchen Sie früh ein B&B in Ollolai oder Umgebung oder übernachten Sie in Nuoro.

Cortes Apertas Ollolai 2026: häufige Fragen

Wann findet Autunno in Barbagia in Ollolai 2026 statt?

Am Samstag, 14., und Sonntag, 15. November 2026. Die genauen Zeiten geben Gemeinde und Veranstalter kurz vorher bekannt.

Wofür ist Ollolai bekannt?

Für die handgeflochtenen Affodillkörbe, seine historische Rolle als Hauptort der Barbagia di Ollolai und den Monte San Basilio mit Kirche und archäologischem Gebiet.

Was ist Affodill?

Eine wilde Pflanze, die auf sardischen Weiden häufig ist. Getrocknet werden ihre Blätter zäh und biegsam und eignen sich zum Flechten von Körben.

Ist Ollolai als Tagesausflug machbar?

Von Nuoro oder der Ostküste aus problemlos. Von Cagliari oder Alghero lohnt sich eine Übernachtung, um auch Gavoi, Fonni oder Mamoiada zu sehen.

Quelle: www.portalesardegna.com