Was man in Jerzu unternehmen kann
Jerzu auf Sardinien: Stadt des Cannonau, Weinkeller und Weinfest, die Kalkberge der Ogliastra, Wandern, Klettern und Culurgiones.

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Jerzu ist ein Dorf mit rund 2.900 Einwohnern in der Ogliastra im mittleren Osten Sardiniens, auf etwa 450 Metern Höhe unter spektakulären Kalksteintürmen, den tacchi, gelegen. Es gilt als „Stadt des Weins“: Seine Weinberge, die sich ins Tal des Rio Pardu hinabziehen, liefern einen der geschätztesten Cannonau der Insel. Jerzu ist ideal für Weinliebhaber, Bergfreunde, Wanderer und Kletterer sowie für alle, die das Hinterland der Ogliastra etwa eine halbe Stunde vom Meer entdecken möchten.
Sehenswürdigkeiten in Jerzu
Die tacchi von Jerzu
Die Landschaft wird von den tacchi beherrscht, Kalkhochebenen und Felsnadeln, die wie natürliche Burgen aus den Wäldern ragen. Über dem Ort erheben sich Porcu 'e Ludu und Troiscu; höchster Punkt des Gemeindegebiets ist die Punta Corongiu mit etwa 1.000 Metern. Von dort reicht der Blick über das Tal bis zum Meer der Ogliastra.
Ortskern und Weinkeller
Der Ort zieht sich mit engen Gassen, Treppen und Steinhäusern einen Hang hinauf. Viele Häuser bewahren im Erdgeschoss die alten Familienkeller – Zeichen eines Lebens, das stets mit dem Weinberg verbunden war. Das Pfarrmuseum zeigt sakrale Objekte und Dokumente vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Landkirche Sant'Antonio
Zwischen den tacchi steht die kleine Kirche Sant'Antonio, verbunden mit dem wichtigsten Fest des Ortes: ein friedlicher Ort mitten in der Natur, zu Fuß erreichbar.
Nuraghe Sa domu 'e s'Orcu
An den Berghängen liegt diese Nuraghe, deren Name „Haus des Menschenfressers“ bedeutet – eines der Zeugnisse der Nuraghenkultur, die Sardiniens bronzezeitliche Steintürme errichtete.
Was man in Jerzu unternehmen kann
- Cannonau-Verkostungen: Besuche in Weinkellern der Gegend und Proben des Cannonau di Jerzu, eines kräftigen, duftenden Rotweins.
- Wandern auf den Pfaden der tacchi zwischen Steineichen, Felsen und Talblicken.
- Klettern: Die Kalkwände von Jerzu und dem nahen Ulassai gehören zu den beliebtesten Kletterzielen Sardiniens.
- Mountainbike- und Quadtouren auf Schotterwegen in den Bergen.
- Kochkurse: lernen, wie man culurgiones verschließt.
- Meer: Die Strände von Cardedu und Tertenia sind etwa eine halbe Stunde entfernt.
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Geschichte
Das Gebiet war schon in der Nuraghenzeit besiedelt, wie die Nuraghen an den Hängen zeigen. Im Mittelalter gehörte Jerzu zum Bezirk Ogliastra des Judikats Cagliari, eines der vier mittelalterlichen Königreiche Sardiniens; nach der aragonesischen Eroberung lag es in der Grafschaft Quirra, bis der Feudalismus 1839 abgeschafft wurde. Die Wirtschaft des Ortes drehte sich stets um den Wein: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte die Gründung der Genossenschaftskellerei, die die Trauben vieler Winzer verarbeitet, den Cannonau di Jerzu weit über die Insel hinaus bekannt. Heute ist Jerzu eine anerkannte Unterzone des Cannonau di Sardegna DOC.
Essen und Einkaufen
Der Wein ist König: Der Cannonau di Jerzu, intensiv und kräftig, passt zu traditionellen Fleischgerichten wie Spanferkel und Lamm vom Spieß. Typisches Gericht sind die culurgiones, Teigtaschen mit Kartoffeln, Käse und Minze, von Hand im Ährenmuster verschlossen. Bei den Broten fallen coccoi prenas, ein gefülltes Fladenbrot, und coccoi de tamata mit Tomaten auf. Als Mitbringsel: eine Flasche Cannonau, Schafs- und Ziegenkäse, Honig und traditionelles Gebäck.
Feste und Traditionen
- Sant'Antonio: am 13. Juni, das wichtigste Fest, mit Feiern an der Landkirche zwischen den tacchi.
- Madonna delle Grazie: im Mai, in der Ortschaft Pelau.
- San Giacomo und Sant'Anna: Ende Juli.
- Weinfest: Anfang August, mit Cannonau-Verkostungen, Musik und typischen Gerichten; am 10. August öffnet Calici di Stelle die alten Keller der Altstadt.
Umgebung
- Ulassai (etwa 15 Minuten): die Höhle Su Marmuri und die Stazione dell'Arte, der Künstlerin Maria Lai gewidmet.
- Osini (etwa 20 Minuten): die Scala di San Giorgio, eine Felsspalte, und das Nuraghendorf Serbissi.
- Gairo (etwa 25 Minuten): das nach dem Hochwasser von 1951 verlassene alte Dorf und der Tacco Perda 'e Liana.
- Cardedu und Tertenia (etwa 30 Minuten): Strände wie Museddu und die Südküste der Ogliastra.
- Tortolì und Arbatax (etwa 40 Minuten): rote Felsen und Bootsausflüge in den Golf von Orosei.
Anreise und beste Reisezeit
Die nächsten Flughäfen sind Cagliari und Olbia, etwa zwei Autostunden entfernt; der nächste Hafen ist Arbatax. Von Norden wie von Süden folgen Sie der SS125 Orientale Sarda und fahren dann ins Landesinnere hinauf. Ein Auto ist unverzichtbar. Am schönsten sind Frühling und Herbst, ideal zum Wandern und Klettern und im September und Oktober zur Weinlese; im August findet das Weinfest statt, dann ist der Ort am lebendigsten.
Häufige Fragen
Warum heißt Jerzu „Stadt des Weins“?
Weil der Cannonau di Jerzu zu den bekanntesten Weinen Sardiniens zählt und der Weinbau seit jeher im Mittelpunkt des Dorflebens steht.
Liegt Jerzu am Meer?
Nein, es ist ein Hügeldorf, aber die Strände von Cardedu und Tertenia sind etwa eine halbe Autostunde entfernt.
Wie viele Tage braucht man für Jerzu und Umgebung?
Ein Tag reicht für den Ort und eine Verkostung; mit zwei oder drei Tagen kommen die Pfade der tacchi, Ulassai und Osini hinzu.






