Turri

Safranfest in Turri 2026

A saffron flower in bloom on the field soil
© Emilie40 · Wikimedia Commons · CC0

Am Sonntag, dem 22. November 2026, beschließt Turri, ein kleines Dorf in der Marmilla, das Festival Strade dello Zafferano di Sardegna DOP („Safranstraßen“) mit seiner Sagra – so nennt man auf Sardinien ein Dorffest rund um ein typisches Produkt. Ein paar hundert Einwohner, geöffnete Innenhöfe, Krokusfelder gleich hinter den Häusern und bäuerliche Gerichte mit Safranduft: Es ist die familiärste der drei Etappen.

Turri, das Dorf mit Safranblüten im Wappen

Turri hat rund 370 Einwohner und gehört zu den kleinsten Gemeinden Südsardiniens, blickt aber auf eine lange Geschichte zurück. Schon in der Bronzezeit lebten hier Menschen, wie die über die Felder verstreuten Nuraghen – prähistorische Steintürme – zeigen, und wahrscheinlich kamen auch Phönizier und Punier vorbei. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Judikat Arborea, einem der vier mittelalterlichen Königreiche Sardiniens; nach 1420 fiel es an die Aragonesen, 1603 an das Marquisat Quirra, und 1839, mit dem Ende des Lehenswesens, kaufte es sich frei und wurde eigenständige Gemeinde.

Der Safran steckt sogar im Wappen: Das 2004 verliehene Gemeindewappen zeigt vier Safranblüten. Turri ist eine der drei Gemeinden, in denen – zusammen mit San Gavino Monreale und Villanovafranca – der Zafferano di Sardegna DOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) angebaut wird. Die Landwirtschaft besteht hier noch aus Getreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Wein, Oliven und Käse, mit Safran als kostbarster Kultur: Jede Blüte wird frühmorgens gepflückt und zu Hause von Hand verarbeitet.

Die Safran-Sagra von Turri findet seit vielen Jahren im Herbst statt und gehört heute zum Festival der Safranstraßen, das die drei Dörfer gemeinsam gegründet haben. 2026 bildet sie den Abschluss.

Was man beim Safranfest in Turri erlebt

Die große Stärke von Turri ist sein Ortskern. Das Dorf bewahrt die traditionellen Hofhäuser: Wohnhäuser hinter hohen Mauern, mit großem Hof vorne, Gemüsegarten hinten und Holztoren, meist aus dem 20., einige aus dem 19. Jahrhundert. Während der Sagra öffnen viele Höfe für Besucher und werden zu Orten für Aussteller, Werkstätten und Verkostungen.

In den letzten Jahren gab es Stände der Erzeuger, Besuche bei den jahrhundertealten Olivenbäumen des Dorfes, Musik auf dem Platz, Werkstätten für Groß und Klein, Vorführungen alter Handwerke und Kochwettbewerbe. Im Mittelpunkt steht immer der Safran: Sie können zu den Feldern gehen, die violetten Blüten sehen und, wenn Sie möchten, mit den Anbauern pflücken und die Narbenfäden herauslösen.

Das Programm wechselt jedes Jahr. Uhrzeiten und Aktivitäten 2026 erfahren Sie bei der Gemeinde (Comune) Turri und auf den offiziellen Kanälen der Safranstraßen.

View of the Marmilla countryside with the village of Turri among the hills
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Was man in Turri isst und mitnimmt

In Turri isst man die bäuerliche Küche der Marmilla: Hülsenfruchtsuppen, Gerichte aus Hartweizengrieß, Fleisch und Käse aus der Gegend, mit Safran für Farbe und Duft. Bei den Süßspeisen steckt er in den Pardulas, kleinen Gebäckstücken mit Frischkäse oder Ricotta, typisch für Südsardinien. Dazu passt ein Glas Wein aus der Umgebung.

Neben Safranfäden vom Erzeuger lohnt sich natives Olivenöl extra aus den alten Olivenhainen des Dorfes sowie Käse von Höfen der Umgebung. DOP-Safran bewahren Sie dunkel, luftdicht und fern von Wärme und Feuchtigkeit auf.

Sehenswertes in Turri und Umgebung

Die Pfarrkirche San Sebastiano wurde im 17. Jahrhundert im spätgotischen Stil mit aragonesischen Einflüssen errichtet: ein Schiff, vier Seitenkapellen und ein Hochaltar aus Marmor. Gegenüber steht ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit palladianischem Fensterschmuck, rund hundert Jahre lang Rathaus und davor Monte Granatico, die „Getreidebank“, die Bauern Saatgut lieh. Nicht verpassen sollten Sie die Casa Museo dell’Arte Contadina, ein Museum des bäuerlichen Lebens, und den Parco degli Ulivi bei Molinu mit uralten Olivenbäumen und Rundwegen.

Wer im Frühling wiederkommt: Turri ist auch für die Tulpenblüte bekannt, die seine Felder färbt.

Die Marmilla rundherum bietet einige der schönsten Orte im Inneren Sardiniens. Turri liegt zwischen der Giara di Gesturi, der Basalthochebene mit ihren kleinen Wildpferden, und der Giara di Siddi. Im Gemeindegebiet stehen komplexe Nuraghen wie Su Senzu und Cabonu. Nur eine kurze Fahrt entfernt liegen Su Nuraxi in Barumini (UNESCO-Welterbe), der Park Sardegna in Miniatura in Tuili und die Burg von Marmilla bei Las Plassas.

Anreise nach Turri und praktische Tipps

Sie brauchen ein Auto. Vom Flughafen Cagliari-Elmas fahren Sie etwa eine Stunde, über die SS131 bis Sanluri und dann in die Marmilla; vom Hafen Cagliari ähnlich lange. Von Oristano sind es etwa 50 Minuten. Wer in Alghero oder Olbia landet, sollte deutlich mehr als zweieinhalb Stunden einplanen.

  • Ankunft: am Vormittag, um die Blütenernte zu sehen und die Höfe in Ruhe zu erkunden.
  • Kleidung: Ende November kann es in der Marmilla kühl und regnerisch sein – Regenjacke und Schuhe, die Schlamm vertragen.
  • Bargeld: praktisch für Stände und Verkäufer in den Höfen.
  • Unterwegs: Der Ortskern ist klein und am besten zu Fuß zu erkunden; folgen Sie vor Ort der Beschilderung zum Parken.
  • Übernachten: Im Dorf gibt es wenig Angebot; besser in Nachbardörfern der Marmilla, in Sanluri oder in Cagliari.

Häufige Fragen zum Safranfest in Turri 2026

Wann findet das Safranfest in Turri 2026 statt?

Am Sonntag, 22. November 2026. Es ist die letzte Etappe der Strade dello Zafferano di Sardegna DOP, nach Villanovafranca (8. November) und San Gavino Monreale (15. November).

Kann man bei der Safranernte mitmachen?

Während des Festivals öffnen die Anbauer ihre Felder, und oft kann man selbst Blüten pflücken und Fäden herauslösen. Die Details hängen vom jeweiligen Programm ab.

Was kann man in Turri besichtigen?

Den Ortskern mit Hofhäusern und Holztoren, die Kirche San Sebastiano, den ehemaligen Monte Granatico, die Casa Museo dell’Arte Contadina und den Parco degli Ulivi.

Was liegt in der Nähe von Turri?

Die Giara di Gesturi mit ihren Wildpferden, Su Nuraxi in Barumini, Sardegna in Miniatura in Tuili und die Burg von Las Plassas – alle mit dem Auto schnell erreichbar.

Quelle: www.paradisola.it