Barbagia und Region Nuoro · Provincia di Nuoro

Was man in Orani unternehmen kann

Orani auf Sardinien: Museo Nivola, Heiligtum am Monte Gonare, Nuraghen und Dolmen, Karnevalsmaske su bundhu, Handwerk und Reisetipps.

Orani, Sardegna
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Wir sammeln gerade die ersten Erlebnisse für diese Gegend. Schauen Sie bald wieder vorbei oder empfehlen Sie uns einen Anbieter.

Orani ist ein Dorf in der Barbagia in der Provinz Nuoro, auf etwa 500–600 Metern Höhe am Fuß des Monte Gonare gelegen, rund zwanzig Autominuten von Nuoro entfernt. Hier wurde Costantino Nivola geboren, einer der großen sardischen Künstler des 20. Jahrhunderts – und schon das ihm gewidmete Museum lohnt die Anreise. Rundherum warten Wälder, nuraghische Stätten und eines der beliebtesten Bergheiligtümer der Insel. Ideal für Sie, wenn Sie Kunst, ursprüngliche Bergdörfer und ruhige Wanderungen schätzen.

Sehenswürdigkeiten in Orani

Das Museo Nivola

Das 1995 im ehemaligen Waschhaus des Dorfes eröffnete Museum liegt auf einer Anhöhe mit Blick über die Hügel. Es zeigt rund zweihundert Skulpturen, Reliefs und Gemälde von Costantino Nivola (1911–1988), der in New York Karriere machte mit bedeutenden Architekten zusammenarbeitete und mit Le Corbusier befreundet war. Der Garten mit großen Freiluftskulpturen gehört fest zum Besuch. Informieren Sie sich vorab auf der Website des Museums über die Öffnungszeiten.

Kirchen und die Sammlung Delitala

Auch der Maler Mario Delitala stammt aus Orani; im Franziskanerkloster ist ihm eine Sammlung mit Porträts, sakralen Werken und Szenen aus dem Leben der Barbagia gewidmet. In der klassizistischen Pfarrkirche Sant'Andrea apostolo hängt ein Altarbild von ihm. Die Fassade von Nostra Signora d'Itria trägt ein Sgraffito von Nivola aus dem Jahr 1959; sehenswert ist auch die Rosenkranzkirche aus dem 17. Jahrhundert mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert.

Monte Gonare und das Heiligtum

Der bewaldete Monte Gonare, den sich Orani mit dem Nachbarort Sarule teilt, ist etwas über tausend Meter hoch. Auf dem Gipfel steht das Heiligtum Nostra Signora di Gonare aus dem frühen 17. Jahrhundert, eines der höchstgelegenen Gotteshäuser Sardiniens, mit weitem Blick über die Inselmitte.

Archäologische Stätten

Die Umgebung ist reich an antiken Spuren: Domus de Janas (in den Fels gehauene Gräber, wörtlich „Feenhäuser“), Dolmen und Menhire, Gigantengräber und rund dreißig nuraghische Siedlungen. Am bekanntesten ist der Komplex von Nurdole; etwa 2 km vom Dorf entfernt liegt der Dolmen Santoreddu.

Was man in Orani unternehmen kann

Orani erleben Sie am besten in Ruhe. Ein idealer Tag verbindet das Museo Nivola mit einem Bummel durch den alten Ortskern mit Steinhäusern, Kirchen und kleinen Plätzen. Naturfreunde wandern oder radeln auf Waldwegen auf den Monte Gonare – am schönsten mit einem Guide, der Geschichte und Legenden des Heiligtums erzählt. Archäologie-Fans finden in der Nähe Dolmen, Menhire und Nuraghen. Im Herbst, wenn das Dorf bei Autunno in Barbagia seine Höfe öffnet, lernen Sie Handwerk und Küche am besten kennen. Weiter unten finden Sie die Erlebnisse der Anbieter vor Ort – wählen Sie das passende aus und buchen Sie direkt.

Geschichte

Felsgräber, Dolmen und Nuraghen zeigen, dass die Gegend seit der Vorgeschichte besiedelt ist; in römischer Zeit gab es hier zudem eine kleine Siedlung mit Thermen. Im Mittelalter gehörte das Dorf zunächst zum Judikat (mittelalterliches sardisches Königreich) Torres, dann zu Arborea, bis zur aragonesischen Eroberung im 15. Jahrhundert. 1617 wurde Orani Sitz eines Marquisats; die Feudalherrschaft endete erst 1839. Im 20. Jahrhundert lebte der Ort neben der Schafzucht jahrzehntelang von Talkminen, die von 1917 bis 1978 in Betrieb waren.

Essen und Einkaufen

Die Küche ist typisch für die Barbagia: Pane carasau (hauchdünnes Fladenbrot), Schafskäse, Braten und hausgemachte Süßigkeiten. Das Handwerk ist vielfältig: geschnitzte Truhen, am Webstuhl gefertigte Teppiche und Decken, Arbeiten aus Eisen und Granit, Goldschmuck, Kleidung aus Samt und Orbace (grobem Wollstoff) sowie die traditionellen Ledergamaschen und -schuhe cambales und cusinzos.

Feste und Traditionen

  • Karneval: von den Sant'Antonio-Feuern Mitte Januar bis Faschingsdienstag. Im Mittelpunkt steht su bundhu, eine Korkmaske mit Hörnern und langer Schnauze und Symbol des Dorfes, zusammen mit der Figur su maimone.
  • Nostra Signora di Gonare: Feste am Heiligtum, abwechselnd mit Sarule ausgerichtet; das wichtigste Anfang September mit Wallfahrt auf den Berg.
  • Autunno in Barbagia: im Herbst, zwischen Ende September und Oktober, mit offenen Höfen, Handwerkern und lokalen Produkten.
  • San Daniele: drei Festtage Mitte Oktober.

Umgebung

  • Nuoro (ca. 20 Minuten): Trachtenmuseum, Geburtshaus von Grazia Deledda und Monte Ortobene.
  • Sarule: das Nachbardorf am Gonare, bekannt für Teppichweberei.
  • Mamoiada (ca. 25 Minuten): Karneval der Mamuthones und Cannonau-Kellereien.
  • Orgosolo (ca. 35 Minuten): Wandbilder und Supramonte.

Anreise und beste Reisezeit

Orani liegt etwa 20 Autominuten von Nuoro entfernt. Flughafen und Fährhafen Olbia sind am praktischsten, rund anderthalb Stunden entfernt; von Cagliari fahren Sie etwa zwei Stunden über die SS 131. Ein Auto ist unverzichtbar. Frühling und Herbst sind ideal: mildes Wanderwetter, farbige Wälder und die ursprünglichsten Feste. Im Winter lohnt der Karneval mit su bundhu die Reise.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit braucht man für Orani?

Ein halber Tag reicht für das Museo Nivola und den Ortskern; mit einem ganzen Tag kommen der Monte Gonare oder eine archäologische Stätte dazu.

Ist Orani für Familien geeignet?

Ja: Der Museumsgarten mit den Freiluftskulpturen gefällt auch Kindern, und die Wälder des Gonare sind ideal für einen Ausflug in die Natur.

Wer war Costantino Nivola?

Ein 1911 in Orani geborener Bildhauer und Maler, der in die USA auswanderte – bekannt für architekturbezogene Kunst und die Technik des Sandgusses (sand-casting).

Wann sieht man die Masken su bundhu?

Im Karneval, der in Orani mit den Sant'Antonio-Feuern Mitte Januar beginnt und in den Tagen vor der Fastenzeit seinen Höhepunkt erreicht.

Orte in der Nähe

Weitere Orte in der Region Barbagia und Region Nuoro

Die anderen Regionen Sardiniens entdecken