Südwesten · Provincia del Sulcis Iglesiente

Was man in Calasetta unternehmen kann

Calasetta auf Sant'Antioco: tabarkinisches Dorf, Savoyer Turm, Strände, Fähre nach Carloforte, Carignano-Wein und ligurisch-sardische Küche.

Calasetta, Sardegna
© Miguel Caro · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

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Calasetta liegt an der Nordspitze der Insel Sant'Antioco vor der Südwestküste Sardiniens, am Kanal gegenüber der Insel San Pietro. Im 18. Jahrhundert von ligurischen Siedlern aus Tabarka gegründet, hat der Ort schnurgerade Straßen, niedrige weiße Häuser und einen eigenen Dialekt, das Tabarkinische, das ihn von allen anderen sardischen Dörfern unterscheidet. Er ist eine ruhige Basis für klares Wasser, felsige Buchten und feine Sandstrände, die Fähre nach Carloforte liegt direkt vor der Tür: ideal für Familien, Paare und alle, die das langsame Tempo eines Fischerdorfs schätzen.

Sehenswürdigkeiten in Calasetta

Die Altstadt im Schachbrettmuster

Der piemontesische Ingenieur Pietro Belly plante den Ort am Reißbrett: ein regelmäßiges Netz paralleler Gassen, die vom Hafen zum Turm hinaufführen. Zwischen den weißen Häusern entdecken Sie kleine Innenhöfe, Läden und Blicke aufs Meer. Die Piazza del Municipio mit Uhrtürmchen und Bronzestatue eines Wachsoldaten ist abends der Treffpunkt des Dorfes.

Der Savoyer Turm

Der 1756 errichtete Torre Sabauda, einige Jahre älter als der Ort selbst, überragt das Zentrum. Von seinem Hügel haben Sie einen schönen Blick auf Hafen, Kanal und San Pietro, besonders bei Sonnenuntergang.

Die Kirche San Maurizio

Die dem Schutzpatron Mauritius geweihte Pfarrkirche wurde 1838 als Zentralbau errichtet.

MACC und die Gräber von Tupei

Im ehemaligen Schlachthof befindet sich das MACC, ein Museum für zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf abstrakter Kunst. In der Landschaft von Tupei liegen Domus de Janas („Feenhäuser“), etwa fünftausend Jahre alte, in den Fels gehauene Gräber.

Was man in Calasetta unternehmen kann

Hier dreht sich alles ums Meer. Der Kanal zwischen Sant'Antioco und San Pietro gehört zu den schönsten Abschnitten des Südwestens: Per Boot oder Schlauchboot erreichen Sie die Buchten der Westküste und die Klippen von San Pietro, mit Badestopps in glasklarem Wasser.

  • Ausflug nach Carloforte: Die Fähre legt im Ortshafen ab und braucht etwa eine halbe Stunde bis in den zweiten tabarkinischen Ort der Gegend.
  • Schnorcheln und Tauchen: Der felsige Meeresgrund bei Mangiabarche und entlang der Westküste ist voller Leben.
  • Kajak und SUP: In den geschützten Buchten paddeln auch Anfänger mühelos.
  • Weinprobe: Hier wächst Carignano del Sulcis, oft von wurzelechten Reben im Sand – ideal für den späten Nachmittag.

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Strände von Calasetta

  • Spiaggia Grande: der größte Strand südlich des Ortes, feiner Sand, flaches Wasser und Service – ideal für Familien mit kleinen Kindern.
  • Sottotorre: der kleine Ortsstrand unter dem Turm, bequem ohne Auto erreichbar.
  • Cussorgia: Richtung Westküste, Sand und Fels mit sehr klarem Wasser.
  • Mangiabarche: eher dunkle Felsküste als Strand, mit kleinem Leuchtturm auf einer Klippe; spektakulär bei Sonnenuntergang und bei Wellengang.

Geschichte

Die Gegend war schon in der Vorgeschichte bewohnt und gehörte später zum Einflussbereich von Sulky, der phönizisch-punischen und römischen Stadt, die heute Sant'Antioco heißt. Jahrhundertelang blieb dieser Inselzipfel jedoch fast menschenleer. 1770 überließ der König von Sardinien das Land ligurischen Familien, die seit Generationen auf Tabarka, einer kleinen Insel vor Tunesien, lebten, sowie weiteren aus Tunis: Im Oktober landeten rund 130 Siedler unter Kapitän Giovanni Porcile. Wenig später kamen piemontesische Siedler hinzu, die bald in der Gemeinschaft aufgingen. Fischerei, Weinbau und Seefahrt prägten den Ort bis zum heutigen Tourismus.

Essen und Einkaufen

Die Küche verbindet Ligurien, Nordafrika und Sardinien. Probieren Sie Cascà, die tabarkinische Version des Couscous mit Gemüse, Fainé, ein Kichererbsenfladen wie die Genueser Farinata, und Thunfisch in allen Varianten, vom Bauchfleisch bis zur Bottarga. Der typische Wein ist der kräftige Carignano del Sulcis. Als Mitbringsel eignen sich Carignano, eingelegter Thunfisch und lokales Kunsthandwerk.

Feste und Traditionen

Das wichtigste Fest gilt dem Schutzpatron San Maurizio im September, mit Prozession und Veranstaltungen auf der Piazza. Im Laufe des Jahres sieht man Umzüge in der traditionellen Tracht von Calasetta, und das Tabarkinische, das in Familien und auf der Straße noch gesprochen wird, ist lebendiger Teil der Identität.

Umgebung

  • Carloforte auf San Pietro, per Fähre erreichbar: tabarkinisches Städtchen mit den Klippen von Capo Sandalo und La Conca.
  • Sant'Antioco, etwa 10 km entfernt: Archäologisches Museum, punischer Tophet und Basilika mit Katakomben.
  • Portoscuso und Porto Pino auf dem Festland, mit weiteren Stränden und der Thunfischanlage Su Pranu.

Anreise und beste Reisezeit

Der nächste Flughafen ist Cagliari-Elmas, etwa anderthalb Autostunden entfernt: über die SS130 Richtung Iglesias, dann weiter nach Carbonia und Sant'Antioco, das über einen Damm erreichbar ist. Bis Calasetta sind es dann noch etwa 10 km. Alternativ kommen Sie vom Hafen Portovesme über Carloforte. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober: Juni und September verbinden warmes Wasser mit weniger Andrang, der August ist am lebhaftesten.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Calasetta?

Der Ort selbst ist in einem halben Tag erkundet; für Strände, eine Bootstour und Carloforte sollten Sie drei bis vier Tage einplanen.

Ist Calasetta familienfreundlich?

Ja: die Spiaggia Grande hat flaches Wasser und feinen Sand, und der Ort ist ruhig und gut zu Fuß zu erkunden.

Warum spricht man in Calasetta einen ligurischen Dialekt?

Weil die Gründer aus Tabarka kamen, einer ligurischen Fischerkolonie vor Tunesien: Das Tabarkinische ist eine Variante des Genuesischen mit sardischen Einflüssen.

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