Marmilla und Sarcidano · Provincia del Medio Campidano

Was man in Villanovaforru unternehmen kann

Villanovaforru auf Sardinien: Nuraghe Genna Maria, Archäologisches Museum, Hügel der Marmilla, Feste und Ausflüge nach Barumini.

Villanovaforru, Sardegna
© Gianni Careddu · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

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Villanovaforru ist ein kleines Dorf in der Marmilla, dem sanften Hügelland im Süden der Inselmitte, etwa eine Autostunde von Cagliari entfernt. Es hat kaum mehr als 800 Einwohner, ist aber auf ganz Sardinien für seine Archäologie bekannt: Hier liegen die Nuraghe Genna Maria und eines der am besten gestalteten Gemeindemuseen der Insel. Das Dorf eignet sich für alle, die das Sardinien der Nuraghen, ländliche Landschaften und ein ruhiges Tempo schätzen, und lässt sich ideal mit Barumini und der Giara verbinden.

Sehenswürdigkeiten in Villanovaforru

Die Nuraghe Genna Maria

Auf einem Hügel gleich außerhalb des Ortes steht der Nuraghenkomplex Genna Maria (Nuraghen sind die bronzezeitlichen Steintürme Sardiniens). Er besteht aus einem Hauptturm, einer Bastion mit Seitentürmen und den Resten eines Hüttendorfs. Der Ort wurde lange nach der Nuraghenzeit weiter genutzt; zwischen den Ruinen fand man zahlreiche punische und römische Votivgaben. Von oben reicht der Blick über die gesamte Marmilla bis zur Giara di Gesturi – allein dafür lohnt sich der Aufstieg, am schönsten am späten Nachmittag.

Das Archäologische Museum Genna Maria

Das 1982 eröffnete Gemeindemuseum befindet sich in einem eleganten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, in dem früher der Monte di soccorso untergebracht war, eine Einrichtung, die Bauern Getreide lieh. Gezeigt werden vor allem nuraghische Funde aus Genna Maria und anderen Orten der Umgebung wie Collinas, Lunamatrona, Siddi und Gesturi, dazu punische und römische Objekte. Ein kompakter, gut verständlicher Besuch, ideal vor oder nach der Besichtigung der Nuraghen.

Ortskern und Kirchen

Der Ort ist gepflegt und überschaubar, mit Häusern aus Stein und ladiri (Lehmziegeln mit Stroh), typisch für die Marmilla. Die Pfarrkirche San Francesco liegt an der Piazza Costituzione; die kleine Kirche Santa Marina, die auch im Gemeindewappen erscheint, ist mit dem wichtigsten Fest des Dorfes verbunden.

Was man in Villanovaforru unternehmen kann

Villanovaforru ist ein guter Ausgangspunkt für eine archäologische und ländliche Route im Herzen der Insel. Besonders passend sind:

  • Führungen zu Nuraghenstätten: Genna Maria, das Museum und, nur eine kurze Fahrt entfernt, Su Nuraxi in Barumini, UNESCO-Welterbe.
  • Wandern und Radfahren auf Feldwegen zwischen Weizenfeldern und Aussichtspunkten der Marmilla.
  • Die Giara: ein Ausflug auf die Hochebene zu den Wildpferden, Korkeichen und den saisonalen Tümpeln, den paulis.
  • Kulinarische Erlebnisse mit Produkten des Inselinneren: Brot, Käse, Olivenöl und Wein der Gegend.

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Geschichte

In der Nuraghenzeit war das Gebiet dicht besiedelt, wie die vielen Nuraghen auf den Hügeln zeigen, später auch in punischer und römischer Zeit. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Judikat Arborea, einem der vier mittelalterlichen Königreiche Sardiniens. Nach dessen Ende kam es zum Markgrafentum Oristano und nach der Schlacht von Macomer 1478 unter aragonesische Herrschaft in der Grafschaft Quirra; Adelsfamilien hielten es, bis der Feudalismus 1839 abgeschafft wurde. In jüngerer Zeit wurde der Ort zu einem kulturellen Bezugspunkt: 1977 fand hier eine der ersten modernen Messen in sardischer Sprache statt. Der sardische Name lautet Biddanòa 'e Forru.

Essen und Einkaufen

Die Küche ist bäuerlich: Hartweizenbrot aus dem Holzofen, frische Pasta wie malloreddus und Käseravioli, Lamm und Spanferkel vom Spieß, Schafskäse und Süßes aus Mandeln und sapa (eingekochtem Traubenmost). Als Mitbringsel eignen sich Olivenöl, Honig, Käse und Produkte kleiner Betriebe der Gegend. Ein Symbol des Dorfes ist das Basilikum, das die Frauen eigens für das Fest der Santa Marina ziehen.

Feste und Traditionen

  • Santa Marina: am Montag und Dienstag nach Ostern und erneut Mitte Juli, mit Prozession, Ochsenkarren, religiösen Gesängen auf Sardisch und gesegnetem Basilikum für die Gläubigen. Der Film Is frabbicas de Santa Marina widmet sich diesem Brauch.
  • Sant'Isidoro: Mitte Mai, das Fest der Landwirte mit Traktorenprozession.
  • San Francesco, der Schutzpatron: Anfang Oktober.
  • San Sebastiano: Ende Januar.

Umgebung

  • Barumini (etwa 15 Minuten): Su Nuraxi, UNESCO-Welterbe, und das Museum Casa Zapata.
  • Giara di Gesturi: Basalthochebene mit Wildpferden.
  • Las Plassas: die Burg der Marmilla auf einem kegelförmigen Hügel.
  • Sardara: der Brunnentempel Santa Anastasia und die Thermen von Santa Maria de is Aquas.
  • Sanluri: die mittelalterliche Burg, verbunden mit der Schlacht von 1409.

Anreise und beste Reisezeit

Der nächste Flughafen ist Cagliari-Elmas, etwa eine Autostunde entfernt; der Fährhafen von Cagliari liegt ähnlich weit. Über die Schnellstraße SS131 Carlo Felice fahren Sie bis zur Ausfahrt Sanluri und dann nach Norden in die Marmilla. Ein Auto ist unverzichtbar. Am schönsten sind der Frühling, wenn die Hügel grün und blühend sind, und der Herbst; im Sommer ist es heiß, Besuche am frühen Morgen und bei Sonnenuntergang bleiben aber angenehm.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit braucht man für Villanovaforru?

Ein halber Tag reicht für Genna Maria und das Museum. Mit einem ganzen Tag können Sie Barumini oder die Giara ergänzen.

Ist Villanovaforru für Familien geeignet?

Ja: Das Museum ist überschaubar, die Nuraghe leicht zu besichtigen, und die nahe Giara mit ihren Wildpferden begeistert Kinder.

Liegt Villanovaforru am Meer?

Nein, es liegt im Landesinneren. Die nächsten Strände an der Costa Verde und am Golf von Oristano sind etwa eine Autostunde entfernt.

Lässt sich der Besuch mit Barumini verbinden?

Ja, das ist die ideale Kombination: Die beiden Orte liegen nur wenige Kilometer auseinander und zeigen zusammen ein vollständiges Bild der Nuraghenkultur.

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